Es reicht jetzt!

Nach mehrmaligem Verschieben der Aktion auf Grund von Schnee, Eis und Kälte den ganzen Februar hindurch, traf Georg Hemzal in seiner E-Mail vom 16. 2.2010 mit dem Betreff "Es reicht jetzt!" die Entscheidung, mit dem Steg-Projekt 2010 durchzustarten.
Die Vorbereitungen - wie zum Beispiel die Beschaffung der Materialien und deren Zuschnitt, sowie die Anfertigung von Spezialwerkzeugen - waren sowieso schon längst abgeschlossen.

Und so traten am Samstag, den 20.2.2010 gegen 9:30 Uhr 9 Mannen bei immerhin 4,5 Grad Celsius (plus!) auf den Steg am SCZ-Gelände, um ihn durch Hacken, Schaufeln und Kehren von einer dicken Schnee- und Eisschicht zu befreien.

Das Ziel am Samstag war es, die Holzumrandung der Landungsstege durch Balken aus Kunststoff zu erneuern. Dazu wurden zuerst die maroden Holzbalken von allen Stegseiten entfernt.

Zum Einsatz kommen Balken aus verrottungsresistentem, recyceltem Kunststoff der Firma Hahnkunststoffe in den Abmessungen 120x50x2800.

Nach einer kleinen Stärkung gegen 11:00 Uhr wurde dann flugs damit begonnen, die neuen Umrandungsplanken anzuschrauben. Waghalsige Männer mit vielerlei Werkzeugen machten sich auf dem Eis und auf dem Steg, an die Arbeit. In Gruppen von 3 bis 4 Leuten wurde gehebelt, geschraubt, gesägt, gefräst, gemessen., geflucht, gelacht und wieder geschraubt. Einige Hindernisse in Form von zugefrorenen oder unzugänglichen Bohrlöchern unter den auf dem Steg liegenden Betonbohlen mussten überwunden werden. Dabei wurden verschiedene Werkzeuge und Materialien wie selbst gebaute Bohr-und Frässchablonen, Bohrer, Fräsmaschinen, Sägen, Bolzen, Unterlegscheiben und Muttern verwendet und verbaut.

Wolfgang, unser Grundstückswart hatte die Frässchablone angefertigt, mit der das Ausfräsen der Langlöcher erheblich schneller und sicher geht.
Befestigt werden die Balken mit in einem Winkel von 87 Grad gebogenen Winkeln aus 16er verzinkten Gewindestangen. 300 solcher Winkel hatte Ronny, unser Fachmann für Metall und Niro, auf einer Biegeeinrichtung gebogen.
Unser Vereinssteg ist eine Betonstegkonstruktion. Mit den Winkeln werden die Kunststoffbalken an die Längsholme angeklemmt. Da nach Angaben des Herstellers die Längenänderung bei Temperaturschwankungen bis zu 1,5 % betragen kann, wurde zwischen den Balken eine Dehnungsfuge gelassen. Zwei Balken werden an ihren Stirnseiten mit zwei Metalldübeln (100 mm Gewindestange M10) verbunden, damit auch bei Ausdehnung die Flucht erhalten bleibt.

Im hellen Sonnenschein und bei deutlichen Plusgraden konnte man das Tauen des Eises förmlich unter den Füßen spüren − draußen auf dem See war bereits eine Fahrrinne...
Ein Glück, dass wir noch den zugefrorenen See hatten, erleichterte er doch sehr den Zugang zu den Stegseiten. Vom Wasser aus wären manche der Arbeiten nicht eben einfach zu bewerkstelligen gewesen: Vom Boot aus? Oder vielleicht bäuchlings auf dem Steg liegend?

Schließlich konnten am Nachmittag die ersten Ergebnisse betrachtet werden:

  1. An beiden Stegen waren an allen Seiten sämtliche hölzernen Umrandungsbretter abgestemmt und vom Eis transportiert.
  2. Am rechten Steg waren linksseitig zum Wasser hin bereits 3 der neuen Umrandungsbretter aus Kunststoff angepasst, angeschraubt und längs stabilisiert worden.
    Hierzu war viel sorgfältige Mess- und Maschineneinrichtungszeit nötig. Der Prozess ist jetzt aber durchdacht und flüssig eingespielt, so dass die Montage der restlichen Bretter zügig voran gehen kann.

Was wohl aus der schönen, tragenden Eisdecke wird? Für die nächsten Tage sind weiter Plusgrade angesagt... Wir wollen hoffen, dass der Frost in der Nacht stark genug sein wird, um die Eisdecke zu erhalten.

Sowohl die Woche über als auch am nächsten Samstag vor der Mitgliederversammlung wird weiter am Steg gearbeitet werden. Es müssen noch einige der Holzpfähle, die der lange und heftige Frost angehoben hat, wieder tiefer und stabil in den Seegrund eingebracht werden. Auch ist der Steg an einigen Stellen abgesunken und muss wieder egalisiert werden. Es gibt also noch einiges zu tun.

Fortsetzung folgt - für heute entbiete ich euch ein freundliches "Mast und Schotbruch!"

Cornelia Schultheiss

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